"Kultur findet Stadt"

 

Manuel Schilcher / Transpublic Group ( EU/A) 02/2005




Eine Analyse des bestehenden Leitbildes von Slubfurt

Was macht nun das kreative Kapital dieser Stadt aus? Wird das Potenzial der Stadt zur Ideenschöpfung gefunden und nutzbar gemacht? Passen Kunst und städtische Tradition zusammen?

Die Ergebnisse unserer Erstuntersuchung werden im Informationszentrum zu einer Ausstellung zusammengetragen. Ab Samstag 26.2 sind alle Einwohner eingeladen ihre persönlichen Ideen und Wünsche im Hinblick auf die Entwicklung der Stadt eine Form zu verleihen und sie in Beziehung zu anderen Gründen und Argumenten zu stellen.



26.2.05 20h - Präsentation der Bestandsaufnahme / Europäisches Buffet

 

Präsentation im

Informationszentrum Slubfurt
Grosse Scharrnstrasse 17A
15230 Frankfurt/Oder

Unter Mitarbeit von:
Manuel Schilcher / Bernhard Seyringer, EICUC - European Institut for Communication and Urban Culture eicuc@xing.at
Christian Korherr - luftspur.com
Katarzyna Kowala-Stamm, Doktorandin der Stadtplanung/Raumwirtschaft

 

Konzept zur Reflexion der städtischen Imageentwicklung in Slubfurt

Einführung
Städtische Kreativität bezieht sich nicht vordergründig auf die spezifische Ausrichtung einer Stadt als "creative city" sondern ist als zentrales, verändertes Arbeitsprinzip von Politik und Verwaltung zu entwickeln. Das setzt voraus, dass Städte nicht nur als gebaute Umwelt verstanden werden, sondern als Systeme und Netzwerke. Stadtpolitik verlagert dann ihren Schwerpunkt von der physischen Infrastruktur zur Städte-Dynamik und zur Lebensqualität der Stadtbewohner. (Keim 2001: 27). Kreativität ist somit auch nicht mehr Sache der KünstlerInnen allein, Städte und Gemeinden stehen unter dem gleichen Druck wie Wirtschaftsunternehmen und sehen sich gezwungen in ähnlicher Weise zu reagieren.Die entscheidende Frage, der sich Städte stellen müssen, besteht darin, wie sie das richtige Klima und die entsprechenden Voraussetzungen schaffen, um die latent vorhandene Kreativität freizusetzen.

Was aber macht nun das kreative Kapital einer Stadt aus? Wer kann sagen, wie man das Potenzial einer Stadt zur Ideenschöpfung findet und nutzbar macht.
Frankfurt/Oder hat von Oktober 2002 bis April 2003 an einer Workshopreihe "Städtische Kreativität" des IRS teilgenommen. Was ist daraus geworden?

Zentrale Problemstellung und Hypothesen
Die Projektwoche soll vor allem drei wesentliche Ziele erfüllen:

Eine Analyse der bereits bestehenden Images von Städte Frankfurt/ Oder und Slubice
Stichwort: Kleist- Stadt oder noch eine Kunst- Biennale ?
Eine Reflexion der bereits stattgefundenen Workshops
Entwicklung von Szenarien durch Gruppendiskussion

Unter Einbindung bereits stattgefundener Workshops des IRS im Zusammenhang mit Schrumpfenden Städten soll die Projektwoche eine Reflexion bestehender Maßnahmen, Projekte und Diskussionen der Regionalentwicklung in Frankfurt/ Oder- Slubice bieten.

Die zentrale Problemstellung dieses Projektes soll die Frage nach der Entwicklung und vor allem Tauglichkeit von Leitbildern einer Stadt sein. Konstruiert als Aussenblick soll es Fragestellungen einer urbanen Image- Strategie und die damit verbundenen Konstruktion von Bilder, beleuchten.

Eine der wesentlichen Fragen über erfolgreich Restrukturierten Regionen/ Satndorten ist das Moment der "kollektiven Neugestaltung" d. H ob der Prozess von einer heterogenen Bevölkerunsgmehrheit mitgetragen wird. Die Frage WER- den bisherigen Weg reflektiert und den Neubeginn definiert muß transparent gestaltet werden. Kunst und künstlerische Events müssen zur städtischen Tradition und den damit verbundenen kumulierten Wissensstrukturen passen. Die zentrale Frage als Grundlage für die Entwicklung eines neuen Pfades (Stichwort: regionale Pfadabhängigkeit) muss somit eine fundierte Analyse der vorhandenen Ressourcen sein.

Laut Häußermann, Siebel (1993: 222) ist dabei wesentlich, dass die Zielstrategie des Erneuerungssystems eben nicht von jenem Akteurssystem definiert wird, und deren Kultur ausgeliefert wird, die eigentlich aufgebrochen werden sollte. Der regionale Konsensbedarf kann bereits ausschlaggebend dafür sein eine Region zur "Lernenden Region", im Sinne von der Entwicklung kollektiver Handlungsmuster anstelle von marktvermittelten Individualaktivitäten, zu machen.

Die Grenze zwischen erfolgreich restrukturierten und stillstehenden altindustriellen Regionen kann sehr dünn sein. Milieus verändern sich langsamer als Produktionsstrukturen (Industrien), dass heißt sklerotische Milieus bleiben in einer de- industrialisierten Region langfristig erhalten. (Hassink, 2004)

Thesen: (Ausgangspunkt: De- Industrialisierung)

- Durch die Pfadabhängigkeit der Entwicklung kam es in der altindustriellen Region zu einer Kumulierung ähnlich gerichteten Wissens
- Die "regionale Kultur" die durch deren normative Orientierungen, Verhaltensweisen, Umgangsformen, Qualifikationen bestimmt wird, gewinnt somit eindeutig stark an Bedeutung.
- Die Mentalitäten der Menschen sowie eingespielte soziale Beziehungen werden zu einem Qualitätsfaktor des Raumes, der auch für den regionalen Erfolg entscheidend ist.
- Identität: In Altindustriegebieten ist in der Regel eine ausgeprägte regionale Identität anzutreffen. Das Eigenbild der Bevölkerung wird durch den wirtschaftlichen Erfolg der Vergangenheit geprägt


- "stake- holder" - Konzeptionen womit Einrichtungen wie heimische Gewerbetreibende, Bürgerschaftsgruppen, Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen gemeint sind, die sich in die Kommunalpolitik einbringen möchten, sind zu fördern.
- Das heißt, es soll zu einer "Perspektiven- Findung" kommen, die breit und kontroversiell diskutiert werden muß, allerdings mit verbindlichen Entscheidungen der Handlungsträger am Ende des Diskussionsprozesses.
- Die Erhaltung und Nutzung der prägenden Bauten und Anlagen der Industriekultur ist zur Bewahrung und Stärkung regionaler Identität darum anzustreben

Ablauf:

Eine Woche werden wir uns vor Ort mit der Entwicklung von Slubfurt beschäftigen und eine Bestandsaufnahme erarbeiten. Interviews, Dokumentenanalyse sollen die bereits existierenden Image analysieren und auf das Modell der Kreativen Stadt übertragen.

Die Ergebnisse unserer Erstuntersuchung werden im Informationszentrum zu einer Ausstellung zusammengetragen. Im Rahmen der Gesprächsrunde am Freitag sollen weitere Ideen, Gerüchte und Argumente die Collage ergänzen.
Ab Samstag sind alle Einwohner eingeladen ihre persönlichen Ideen und Wünsche im Hinblick auf die Entwicklung der Stadt eine Form zu verleihen und sie in Beziehunng zu andern Gründen und Argumenten zu stellen.

Zeitraum 21- 24. Februar
- 2 Explorative Interviews mit WissenschafterInnen der Viadrina Universität
- Analyse von Bildmaterial und Dokumenten
- Narrative Interviews mit TeilnehmerInnen von Workshops des IRS und bisher im Stadtentwicklungsprozeß involvierten Personen (Hier sollen vor allem bisherige Maßnahmen reflektiert werden)
- Gruppen- Diskussion mit "stake- holdern" der Stadtentwicklung -

25.2.05 18h - Gesprächsrunde mit geladenen Gästen
26.2.05 20h - Präsentation der Bestandsaufnahme / Buffet

 

 

 


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